Knieprothese

 

 

Das künstliche Kniegelenk

Die Kniearthrose, auch Gonarthrose genannt, ist die häufigste Ursache für den Kniegelenksersatz. Eine Arthrose ist eine degenerative und meistens altersbedinge Abnützung der Knorpelflächen. Sie kann sich Jahre nach Knieverletzungen (Brüchen, Meniskusverletzungen, Kreuzbandverletzung) sowie als Folge einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung entwickeln. Sind alle zur Verfügung stehenden konservativen Massnahmen ausgeschöpft, der Leidensdruck hoch und die Lebensqualität - unabhängig des Alters - stark eingeschränkt - muss die Möglichkeit der Implantation eins künstlichen Kniegelenkes geprüft werden. Die einzelnen Teile des Implantates sind aus hochwertigem Metall und werden im Oberschenkel und im Schienbein verankert. Dazwischen sitzt ein widerstandsfähiges, langlebiges Kunststoffelement. Bei Bedarf wird die Kniescheibenrückfläche mit einer Kunststoffscheibe ersetzt. Die Teile werden meistens mit Zement am Knochen befestigt. Je nach Ausprägung der Arthrose kann eine Teilprothese (Schlittenprothese, Femoropatellarprothese) implantiert werden.

 

Planung und Durchführung

Für die Diagnostik werden Röntgenbilder angefertigt, die ein genaues Bestimmen der Arthrose ermöglichen. Zudem wird anhand der Bilder eine digitale Planung vorgenommen. Die Bilder werden im Computer kalibriert und anschliessend bearbeitet. So können die Schnitte sowie die Prothesengrösse und Prothesenplatzierung simuliert werden. Falls notwendig wir die Beinachse (X- oder O-Beine) interoperativ korrigiert. Während der Operation wird penibel darauf geachtet, die kniegelenkstabilisierenden Bänder nicht zu beschädigen. Ihr Hausarzt führt die nötigen präoperativen Untersuchungen durch. In der Anästhesiesprechstunde werden sie mit dem Narkosearzt die für sie geeignetste Narkoseart besprechen und über die Art wie diese erfolgt aufgeklärt.

 

Risiken

Glücklicherweise ist die Versorgung mit einer Knieprothese keine Notfalloperation und kann so in Ruhe vorbereitet und geplant werden. Somit können allfällige Komplikationen und Risiken auf ein Minimum beschränkt werden. Zum Beispiel kann eine nötige Zahnsanierung zuerst erfolgen und so das Infektionsrisiko gesenkt werden. Mögliche Operationsrisiken sind: Infektionen, Nachblutungen, Verletzungen von Nerven und Gefässen, Thrombose, schlechte Beweglichkeit und Funktion des Kniegelenks. 80 – 90% der Patienten sind mit dem künstlichen Kniegelenk zufrieden und können ein normales und aktives Leben weiterführen. 

 

Nachbehandlung und Rehabilitation

Der stationäre Spitalaufenthalt im Spital Leuggern dauert in der Regel ca. 5 – 7 Tage. Ein optimales Zusammenwirken zwischen Operateur, Pflegefachpersonen und Physiotherapeuten sind uns sehr wichtig und begünstigen einen schnellen Heilungserfolg. Schon wenige Stunden nach der Operation darf das Knie belastet werden. Wenige Tage nach der Operation ist man mit Gehhilfen selbständig mobil. In 95% der Fälle erfolgt die Rehabilitation ambulant zu Hause. Falls gewünscht und medizinisch gerechtfertigt kann ein Reha-Aufenthalt organisiert werden. Dabei entscheidet Ihre Krankenversicherung über die Kostengutsprache. Gehstöcke sind 6 Wochen empfohlen. 6 Wochen postoperativ wird der Therapieerfolg klinisch-radiologisch in unserer Praxis kontrolliert.

 

Die ersten Monate sind die schwierigsten. Es gilt hier das normale Gehen wiederzuerlangen zudem muss die Muskelkraft und die Beweglichkeit wiederaufgebaut werden. Erst nach ca. zwölf bis 18 Monaten postoperativ kann vom Endzustand ausgegangen werden.

 

Arbeitsunfähigkeit

Je nach beruflicher Tätigkeit (sitzend, stehend oder körperlich belastend) muss mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit 6 Wochen bis 4 Monaten gerechnet werden.

 

Sportfähigkeit

Das erste Ziel der Knietotalprothesenversorgung ist, dass sie ein schmerzfreies und aktives Leben führen können. Wir haben viele Patienten die ihre früheren sportlichen Aktivitäten wie beispielsweise Golf spielen, Velo fahren, Wandern, Skifahren und Langlaufen wiederaufnehmen konnten.